Solar Alliance for Europe: Lasst die Sonne frei!

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Warum sind Solaranlagen in Europa teurer als in anderen Ländern? Ganz einfach. Weil sich für das Hauptprodukt - das Solarmodul - ein höherer Preis etabliert hat. Schuld daran sind Importzölle und ein Mindestimportpreis für Solarmodule und -zellen aus China, dem mit Abstand größten Herstellerland. Die Handelsbarrieren hat die EU-Kommission im Jahr 2013 hochgezogen, um europäische Hersteller dieser Produkte zu schützen.

Doch der Schutzschirm richtete Schaden an: Die Sonnenenergie-Geschäfte vieler Solar- und Energieunternehmen in Europa gingen deutlich zurück. Die Verbraucher mussten gegenüber dem Weltmarkt überhöhte Preise zahlen. Und den europäischen Solarmodulherstellern ging es trotzdem nicht besser.

Als sich eine Überprüfung der Regelungen abzeichnete, taten sich rund 50 deutsche Unternehmen aus der Solar- und Energiebranche zusammen, um für die Abschaffung zu kämpfen. Das Netzwerk nannte sich Solar Alliance for Europe (kurz SAFE).

Unser Auftrag lautete, eine Kampagne ausgerichtet auf Politik und Medien in Deutschland sowie EU-Institutionen zu entwickeln und umzusetzen. Den Zeitrahmen setzte das standardisierte EU-Handelsverfahren: von Dezember 2015 bis März 2017. Das hieß für uns 15 Monate intensive Projektarbeit.

Die Herausforderung bestand darin, die Allianz und ihre Argumente in Institutionen wie Medien so bekannt zu machen, dass sie hinreichend Schlagkraft entwickeln. Und dies bei einem komplexen juristischen Verfahren, das selbst für Fachpolitiker und -medien schwer verdaulich ist und entsprechend aufbereitet werden muss.

Unsere Kampagne hatte von Anfang an mehrere, parallele Stränge:

  • Strategische Beratung und Konzeption
  • Koordination und Steuerung des Verfahrens mit der EU-Kommission
  • Politisches Lobbying in Deutschland
  • Recherche und Erhebung von fachlich-fundierten Daten, z.B. in Form einer umfassenden Studie zu Modulproduktionskosten
  • Medienarbeit in Fach- und Tagespresse, um Awareness zu schaffen und ein Gegengewicht zu Zollbefürwortern zu setzen

SAFE hat sich in dem Handelsverfahren rasch als gewichtiger und geschätzter Akteur sowie Ansprechpartner etabliert. Die vorgetragenen Argumente haben weit über Deutschland hinaus gewirkt: Im Februar 2017 lehnte erstmals in der Geschichte europäischer Trade Defence-Untersuchungen eine Mehrheit der Länder eine Empfehlung der Kommission ab. Am Ende verständigten sich beide Seiten auf 18 Monate Verlängerung und eine schrittweise Anpassung von Zollhöhe und Mindestpreis ab Herbst dieses Jahres. Die Kommission hat zudem klar gemacht, dass die Solarzölle nach diesen 18 Monaten definitiv der Vergangenheit angehören. Das Ende ist also absehbar und Europas Sonne bald wieder frei!

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