WAS WIR 2017 ESSEN – EIN BLICK AUF DIE GLOBALEN FOOD TRENDS

von Annelies Peiner, Director Brand Marketing
  • Studien & Insights
28. Februar 2017
Tisch mit Essen

 People who love to eat are always the best people - Julia Child

Für Alle, die Essen nicht als bloße Nahrungsaufnahme verstehen, sondern als wichtigen Bestandteil ihres Lifestyles, ergeben sich ständig neue Impulse aus weltweiten kulinarischen Einflüssen. Von Herofoods bis Unterwasserwelten: Das globale Ernährungssystem und die Lebensmittelproduktion sind permanent im Wandel. Gemeinsam mit Tish van Dyke, Global Sector Chair for Food and Beverage, und Food-Experten aus dem globalen Edelman-Netzwerk analysieren wir jedes Jahr Anbaumethoden, Herstellung, Zutaten, Aromen und Zubereitungsarten sowie Trends in Distribution und Gastronomie, die die Industrie aktuell und zukünftig bewegen. Das Ziel: Food Trends frühzeitig zu identifizieren - für uns und unsere Kunden. Denn in einer Zeit, in der Marken und Unternehmen mehr unter Druck stehen als je zuvor, müssen sie in Innovationen investieren, die Bedürfnisse und Wünsche der Verbraucher berücksichtigen. Das heißt auch Trends in der Produktentwicklung und Kommunikationsstrategien gleichermaßen aufzugreifen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Für 2017 lassen sich aus den 15 Food Trends folgende übergeordnete Meta-Trends identifizieren:

1. Kreative Küche: Vielfalt der Zutaten

Gastronomen und Hobby-Köche aus allen Lebensbereichen entdecken neue Geschmacksrichtungen und suchen an ungewöhnlichen Orten die nächste große gastronomische Entdeckung. Hierzu gehören Algen als alternative Proteinquelle ebenso wie Cannabis als aromatisches Würzmittel in der kalifornischen Küche. Aber auch altbekanntes wird neu entdeckt und findet als Herofoods, wozu Süßkartoffel, Kichererbse, Linsen und Pastinake gehören, wieder Eingang in die deutsche Küche. Unerwartete Zutaten werden mit altbewährten Klassikern kombiniert. Darüber hinaus beeinflussen auch religiöse Ernährungsweisen die Food-Szene. Während Halal-Lebensmittel für die einen ausschließlich die Einhaltung strenger Standards hinsichtlich Religion, Lebensmittelqualität und der ethisch korrekten Behandlung von Tieren gewährleisten, sind die Produkte für andere der nächste spannende Trend. Unternehmen sind kontinuierlich gefordert, ihre bewährten Produkte und Rezepturen auf den Prüfstand zu stellen und durch Differenzierung und Erweiterung des Sortiments den Wünschen der Verbraucher Rechnung zu tragen.

2. Drinks 2.0 mit Wohlfühl-Faktor

Von Wasser über Kaffee bis hin zu Spirituosen wie Gin erwarten Konsumenten, dass die Getränke ein gutes Gefühl vermitteln. Dabei spielen sowohl Herkunft, Art der Herstellung sowie ein einzigartiges Geschmackserlebnis eine zentrale Rolle. Neue Wellness-Drinks bieten sogar noch mehr: Sie versprechen mit Aktivkohle, Alge oder Aloe Vera einen Beitrag zu Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden zu leisten. Die Nachfrage nach handgefertigten, auf Basis alter Traditionen hergestellter Getränke sowie einem neuen Ansatz für Klassiker erfasst die gesamte Kategorie. Damit sehen sich Unternehmen der Getränkeindustrie einer zunehmenden Verantwortung hinsichtlich Einsatz und Beschaffung von Ressourcen, Umgang mit der Umwelt sowie der Kommunikation der Produktvorteile gegenüber.

3. Neue Formen der Landwirtschaft

Weniger Ackerland und die zunehmende Urbanisierung der Bevölkerung haben zu einer Entwicklung neuer Landwirtschaftssysteme geführt, darunter Aquaponik oder vertikale Landwirtschaft. Während bei der Aquaponik Fische und Nutzpflanzen in geschlossenen Wasser- und Nährstoffkreisläufen in Behältern, offenen Teichen und dem Meer gezüchtet werden, geht es bei der vertikalen Landwirtschaft hoch hinaus. Insbesondere in Ballungsgebieten können pflanzliche und tierische Erzeugnisse auf mehreren übereinander gelagerten Ebenen erzeugt werden. Das bietet neue Möglichkeiten für den innerstädtischen Anbau vor der Haustür und die Selbstversorgung mit frischem Obst und Gemüse.

4. Verantwortung für Umwelt und Klima

Marken müssen Interessen rund um Lebensmittelverschwendung, Klimawandel, Tierschutz und Ernährungssicherheit berücksichtigen, um im globalen Markt erfolgreich zu sein. Das ist nicht neu. Der wachsende Anspruch an Transparenz und Authentizität durch die Verbraucher hat dazu geführt, dass eine Anpassung der Etikettierung vorangetrieben wird. Doch in Bezug auf Verpackungsmüll und Lebensmittelverschwendung gibt es noch viel Potential für Verbesserungen. Zukünftig helfen biologisch abbaubare, verzehrbare Lebensmittelverpackungen, zum Beispiel aus Milchprotein, Umweltverschmutzung zu vermeiden. Das Thema Lebensmittelverschwendung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen und Initiativen von Unternehmen aus Produktion, Gastronomie und Handel werden zunehmend gefordert. Verbraucher erwarten umfassendes soziales, politisches und ökologisches Engagement von Unternehmen im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit und üben durch direkte öffentliche Meinungsäußerungen Druck auf die Unternehmen aus.

Gekauftes Bild iStock 511200294

5. Technologischer Fortschritt: Automatisierung und Virtual Reality

Die Verbindung von Ernährung und Technik ist nicht neu, aber neue Technologien werden für das Marktwachstum zunehmend von größerer Bedeutung. Von technologischen Lösungen mit Blick auf Nachhaltigkeit und Ernährungssicherheit bis hin zu automatisierter Fertigung in der Produktion oder Bedienung in der Gastronomie durch künstliche Intelligenz, Roboter und Autobots und einem Boom des E-Commerce für Lebensmittellieferungen. Die virtuelle Realität hat sich als der interessanteste und praktikabelste multi-sensorische Kanal für die Food- und Beverage-Branche erwiesen und sollte zunehmend in Forschung und Entwicklung der Lebensmittelindustrie integriert werden.

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